EVENT: HEAVY EASTER BASH w/ LIGHT YOUR ANCHOR, A TRAITOR LIKE JUDAS & more

Wer etwas Abwechslung an den Ostertagen wünschte, war im JUZ Utopia in Saarlouis bestens aufgehoben.
Im Rahmen der Guerilla Homefires-TOUR gaben sich LIGHT YOUR ANCHOR, A TRAITOR LIKE JUDAS und als Support TIDES, STORYTELLER und DREAMCATCHER die Ehre. Insgesamt ein sehr guter Abend.

Ihr Debut feierten an diesem Abend TIDES, die eine gesunde Mischung aus Pop und Punk präsentierten und somit den musikalischen Anfang machten. Ein gelungener erster Auftritt, das muss man den Saarbrücker Jungs definitiv lassen. Vor allem für die Menschen vor der Bühne, die sonst Bands wie Rise Against oder Bad Religion im Player haben, sind TIDES ‚the next big thing‘.

 

 

Von amerikanisch-geprägtem Sound bis zu Texten, die der Alltag, die Sorgen und Probleme schreiben, erfüllen TIDES die Kriterien, die eine junge und dynamische Punkrockband ausmachen. Wenn man sich vorher mehr im Headbang-Metal- und melancholischen Akustik-Bereich getummelt hat, wird es irgendwann Zeit, neue Richtungen einzuschlagen. Wenn das so gut gelingt, wie bei diesem Beispiel, darf das gerne öfter passieren.

Wer Bock hat, sich näher mit TIDES zu beschäftigen, dem gebe ich breit grinsend folgende Möglichkeiten:
Hör‘ die die Debut-EP „ianil**“ an.

Oder schau‘ sie dir an, falls du mehr auf YouTube stehst.

 

 

Weiter geht’s mit Pop-Punk aus Dessau: STORYTELLER. Bereits 2013 veröffentlichen die Fünf ihr erstes Album Frontier Spirit. Die gemeinsame Tour mit A TRAITOR LIKE JUDAS und LIGHT YOUR ANCHOR führte durch ganz Deutschland und sicherlich konnten dabei viele neue Fans dazu gewonnen werden. Mich eingeschlossen, obwohl mich die Pop-Punk-Schiene nie sonderlich überzeugen konnte – und dies immernoch nicht 100% tut. Dennoch ist das Genre mittlerweile weiter verbreitet, als man vermutet. Denkt man etwa an MAN OVERBOARD oder THE STORY SO FAR. Aber eine gute Stimme reicht oft aus, um Schubladen vergessen zu  lassen. Und damit tut Rico der Band natürlich sehr gut, wie im Video zu hören ist. Wobei man Musik nicht in Schubladen stecken sollte, sondern mit dem Herzen urteilen soll. Herzensangelegenheiten behandeln STORYTELLER übrigens auch lyrisch, denn die bringt das Erwachsenwerden nun mal mit sich. Eben Themen, mit denen sich der Hörer meistens selbst identifizieren kann.

 

 

Töne der härteren Gangart schlugen den Besuchern im Anschluss DREAMCATCHER um die Ohren. Das überwiegend junge Publikum zeigte sich bewegungsfreudig, obwohl die Modern-Hardcore-Band erstmal skeptisch beäugt wurde. Für mich sind DREAMCATCHER kein Geheimtipp, obwohl das Konzept des Hardcore beibehalten wird. Was erst nach fünfköpfiger Girlband klingt, packt dich im nächsten Moment mit scharfen Krallen und Gebrüll direkt dort, wo’s wehtut. Und dieser Überraschungseffekt hallt noch lange nach. Während Sänger Ben im Publikum herumschwirrt, baut der Rest der Band musikalisch eine Stimmung auf, die nur zögerlich die Leute vor der Bühne erreicht. Die Band verließ am Ende jedoch gefeiert den Raum, denn nachdem man miteinander warm geworden und gar aufgetaut ist, steht dem Spaß nichts mehr im Wege. Ein paar Sekunden der hiesigen Show wurde bereits auf Facebook veröffentlicht:

Saarlouis was insane!! Thank you!

Posted by Dreamcatcher on Samstag, 26. März 2016

 

Als vorletztes betraten LIGHT YOUR ANCHOR die Bühne. Diesmal ohne polizeilichen Zwischenfall und einer Show nach Plan. Denjenigen, die sich öfter auf Konzerten mit nationalen/lokalen Bands rumtreiben, sind LIGHT YOUR ANCHOR längst ein Begriff. Und nicht umsonst sind die Hanseaten im deutschen Hardcore etabliert. Seit nun fünf Jahren existiert die Band und sie sind seit der ersten Sekunde alles andere als eine billige Kopie irgendeiner bekannten Hardcore-Band. Live wurde eine großartige Atmosphäre geschaffen, die zunehmends besser wurde. Von Moshpits bis zu Stagedives war alles vertreten, wie es sich bei einer guten Hardcore-Show eben gehört. Zu LIGHT YOUR ANCHOR braucht’s nicht viel Gefasel, überzeugt euch einfach selbst!

 

Mit A TRAITOR LIKE JUDAS enterte die letzte Band die Bühne. Da es mittlerweile recht spät war und die Mehrheit bereits vier Bands hinter sich hatte, zögerten die Zuschauer, auf die Motivationsreden von Jasper einzugehen. Mir kam es so vor, als bestünde das Publikum überwiegend aus unerfahrenen Konzertbesuchern (und vermutlich noch relativ jungen), sodass es einige Startschwierigen zwischen A TRAITOR LIKE JUDAS und den Leutchen vor der Bühne gab. Aber Frontmann wäre nicht Frontmann, könnte er das Eis nicht doch noch brechen. Und die Band wurde belohnt. Rasend schnell wurde jede Lücke im Raum gefüllt und vorne blieb kaum Platz, sich frei zu bewegen.

Ehre, wem Ehre gebührt – A TRAITOR LIKE JUDAS sind keine inhaltslose Band, die dazu aufruft, dass man sich gegenseitig eine in die Fresse knüppelt. Sie rufen dazu auf, die Welt zu verändern. Und jeder könne dazu einen kleinen Teil beitragen. Ansagen gegen Rassismus sind da nur ein Bruchteil dessen, was Sänger Jasper seinen Zuschauern mit auf den Weg gibt. Die Band versprüht Zusammenhalt, ein Miteinander und vor allem viel Spaß an dem, was sie tun. Ich kann jedem wärmstens empfehlen, sich A TRAITOR LIKE JUDAS mindestens einmal anzusehen oder anzuhören.

 

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