REVIEW: Architects – ‚All Our Gods Have Abandoned Us‘

Langersehnt und hoffnungsvoll erwartet. Diese Gefühle habe ich jedes Mal, wenn ARCHITECTS ein neues Album ankündigen, was meist 1-2 Jahre dauert. Und nun kam Baby Nummer Sieben mit aller Kraft zur Welt.
Man kann vom neuen Release halten was man will, man kann eines nicht leugnen: die Sache wurde professionell durchgezogen und man hört, dass die Enlgänder wissen, was sie tun.
Nach mittlerweile sechs veröffentlichten Alben (Nightmares – 2006, Ruin -2007, Hollow Crown – 2009, The Here and Now – 2011, Daybreaker – 2012, Lost Forever // Lost Together – 2014) kann man den Metalcore-Olymp mal erklimmen.

Kommen wir doch zu dem Grund, der diesen Blogeintrag/dieses Review eigentlich ausgelöst hat: ALL OUR GODS HAVE ABANDONED US. Schon der Titel lässt kritische Inhalte erahnen und Architects blicken stets mit wachsamen Augen in ihr Umfeld. Was dabei entsteht, wissen wir alle. Und das schauen wir uns genauer an.

Nach gewohnter Architects-Manier kommt der Opener ‚Nihilist‘ melodisch, aber auch brachial an. Wut, sehr viel Wut ist rauszuhören und diese ist nicht ganz unbegründet. Dieser Song bietet einen guten Einstieg in die Thematik des Albums, denn die modernen Probleme um Religion, Macht und Gier spielen eine tragende Rolle.

Nahezu nahtlos geht es dann über zu ‚Deathwish‘. Sam Carters enorme Gesangsvielfalt kommt hier gut zur Geltung und man bemerkt kleine Steigerungen zum Vorgänger Lost Together // Lost Forever. Langsam baut dieser Song eine finstere Atmosphäre auf und unterstreicht, was Sänger Sam dem Hörer entgegen schreit. An Härte fehlt es diesem Songs trotz ein paar ruhigen Passagen nicht. Ein verdienter Platz 2 auf dem Album für Deathwish.

Bei Phantom Fear fallen mir vor allem die Gitarren zu Beginn auf, denn passender hätte man sie nicht einsetzen können. Wieder ein Song, der thematisch schwer im Magen liegt. Mit offenen Augen und Ohren gehen die Musiker jedenfalls durch ihr Leben und versuchen, zu verarbeiten, was ihnen über den Weg läuft. Oft nicht einfach, doch ‚Phantom Fear‘ zeigt, dass es mit viel Liebe zum Detail authentisch bleibt und funktioniert.

Den Titel Favorit des Albums teilen sich bisher The Empty Hourglass und A Match Made In Heaven – beide mit meiner Meinung nach starken Mathcore-Einflüssen. Und auch bei beiden Beispielen können  ARCHITECTS  nicht nur melodisch glänzen, sondern auch komplizierten Songstrukturen standhalten und ihren hohen Anspruch an die technische Umsetzung präsentieren.

Im Großen und Ganzen kann ich, trotz anfänglicher Skepsis, Parallen zum 2014 erschienenen Album Lost Together // Lost Forever ziehen. Was normalerweise eher ungewöhnlich ist, denn Variation und Neuerfindung sind das, was eine Band über die Jahre ausmacht. Bei ARCHITECTS wiederum ist der melancholische, finstere, treibende aber auch ruhige Stil genau das richtige. Und daran habe ich mich auch nach zwei Jahren nicht sattgehört und freue mich daher umso mehr, dass auf dieser Schiene weiter gefahren wird.

Und jetzt, ab in den nächsten Plattenladen und vervollständigt eure Musiksammlung mit einem Brett aus dem Jahre 2016.

Titel 01 | Nihilist

Titel 02 | Deathwish

Titel 03 | Phantom Fear

Titel 04 | Downfall

Titel 05 | Gone With The Wind

Titel 06 | The Empty Hourglass

Titel 07 | A Match Made In Heaven

Titel 08 | Gravity

Titel 09 | All Love Is Lost

Titel 10 | From The Wilderness

Titel 11 | Momento Mori

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